Bryce Canyon National Park

Nachdem wir den Zion Nationalpark verlassen hatten machten wir uns auf den Weg in Richtung unseres nächsten Ziels: dem Bryce Canyon National Park. Die Fahrt dorthin dauert vom Besucherzentrum im Zion aus etwas unter 2 Stunden. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich und bietet wunderschöne Aussichten.

Auf der Hälfte der Strecke mussten wir dann auch zum ersten Mal tanken. Ich hatte mich vorher schon im Internet informiert und wusste, dass man in Amerika erst bezahlen muss, bevor Benzin aus dem Zapfhahn kommt. Die Zapfsäulen sind alle mit Kreditkartenschlitzen ausgestattet, sodass man dort auch direkt zahlen kann. Unsere Kreditkarten wollte der Automat aber leider nicht akzeptieren und es erschien immer nur die Anweisung: See Cashier. Wie wir herausgefunden haben liegt das wohl an den Shell Tankstellen. Bei anderen Tankstellen funktionierte meine Kreditkarte. Also bin ich rein gegangen und habe den Verkäufer meine Kreditkarte gegeben. Dieser hat dann den Zapfhahn frei geschalten und wir konnten volltanken. Nach dem Tanken bin ich wieder rein und habe gezahlt. Da der Sprit in den USA extrem günstig ist, haben wir gerade mal 20$ fürs Volltanken bezahlt.

Da wir nun schon 2 Tage keinen Strom mehr hatten, waren fast alle unsere Akkus leer. Vor allem die Kamera-Akkus waren uns super wichtig. Daher entschieden wir spontan, uns für die Nacht ein Zimmer in einem Motel zu nehmen und doch nicht zu zelten. Direkt am Bryce Canyon sind die Unterkünfte unbezahlbar. Daher haben wir bei booking.com ein einigermaßen gut bewertetes Motel in Panguitch, das ungefähr eine halbe Stunde vom Nationalpark entfernt liegt, gebucht. Das war zwar mit 90$ immer noch maßlos überteuert für das winzige Zimmer mit spartanischer Ausstattung, aber immerhin hatten wir Strom und ein einigermaßen bequemes Bett. Das zeigt mal wieder: Vorbereitung ist die halbe Miete. Diese Unterkunft war die schlechteste auf der gesamten Reise und dazu noch teuer. Aber bei der Vorbereitung hatte ich unsere Akkuladestände nicht so auf dem Schirm.

Nachdem wir unsere Sachen ins Motel gebracht hatten und ein kleines Nickerchen gemacht hatten (Die Wanderung zum Angels Landing hat doch ganz schön geschlaucht), machten wir uns auf den Weg zum Bryce Canyon. Auf der Fahrt dorthin kommt man durch den Red Canyon State Park, dessen Durchfahrt kostenlos ist, und man bekommt schon einen ersten Vorgeschmack auf die Felsformationen, die einen im Bryce erwarten.

Im Nationalpark angekommen haben wir in der Nähe des Sunrise Point geparkt und sind dann zu Fuß zu diesem Aussichtspunkt gelaufen. Der erste Blick vom Rand der Schlucht aus ist atemberaubend. In der späten Abendsonne leuchten die Needles genannten Felsformationen in allen erdenklichen Rottönen.

Entlang der Klippe verläuft der Rim Trail. Vom Rim Trail führen mehrere Wanderwege hinab in das „Amphitheater“ genannte Felslabyrinth. Wir hatten ursprünglich geplant den Queens Garden Trail in Verbindung mit dem Navajo Loop Trail zu wandern. Aber da wir von der morgendlichen Wanderung auf den Angels Landing noch total geschlaucht waren und es schon etwa 5 Uhr war, haben wir es uns vor Ort anders überlegt.

Daher folgten wir nur dem, entlang der Klippe verlaufenden, Rim Trail, der nur wenig Höhendifferenz auffweist und zwischen Sunrise und Sunset Point sogar asphaltiert ist. Wir gingen den Weg also zunächst bis zum Sunset Point und dann noch weiter hinauf auf den Inspiration Point. Dieser liegt etwa 30m oberhalb des Sunset Point auf beachtlichen 2469m Höhe. Diese Höhe habe ich deutlich zu spüren bekommen. Die 30m waren für mich so anstrengend als wären es 100 gewesen.

Auf dem Weg hat unser zweiter Kamera Akku dann auch schlapp gemacht, daher konnten wir nur wenige gute Bilder machen. Unsere Entscheidung in einem Motel zu übernachten kam also genau rechtzeitig.

Zurück sind wir den gleichen Weg gelaufen. Sobald die Sonne hinter den Bäumen verschwand, wurde es ziemlich kalt. Insgesamt haben wir für die Strecke entlang des Rim Trails vom Sunrise Point zum Inspiration Point etwa eine Stunde benötigt.

Nachdem wir wieder am Auto waren, fuhren wir etwas zu Essen suchen. Die Einfahrt in den Bryce Canyon Nationalpark ist gesäumt von touristischer Infrastruktur. Man findet dort jede Menge Hotels, Restaurants und Supermärkte zu astronomisch überteuerten Preisen. Im Supermarkt dort wollten sie doch tatsächlich 12$ für eine Dose Erdnüsse haben und für eine winzige 7‘ (17cm) große Pizza haben wir im Restaurant daneben 8$ bezahlt. Die normalgroße Pizza hätte fast 20$ gekostet.

Nach dieser Erfahrung ging es zurück in unser Motel in Panguitch, wo wir die Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen stand dann eine lange Fahrt zum Goblin Valley State Park an, mit Zwischenstopps an den Lower Calf Creek Falls und im Capitol Reef Nationalpark.

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