Monterey

Nachdem wir am Vortag im Sequoia National Park die gigantischen Mammutbäume bestaunt hatten, machten wir uns an diesem Morgen früh auf den Weg zur Pazifikküste. Nach ein paar Kilometern Fahrt kamen wir an der Slick Rock Recreation Area vorbei, wo wir ursprünglich übernachten wollten. Vor ein paar Jahren hat der Campingplatz wohl sehr schön am Rand eines Sees gelegen. Dieser ist durch die langanhaltende Dürre in Kalifornien aber bis auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Einen Zwischen-Stopp war er daher leider nicht mehr wert.

Ursprünglich hatten wir geplant in Richtung Westen zur Küsten nach San Simeon zu fahren und von dort entlang des Highway No.1 in Richtung Norden an der Küste entlang. Doch leider hat ein Erdrutsch die Straße an zwei Stellen unpassierbar gemacht und die Reparaturmaßnahmen sollten noch bis Jahresende 2017 dauern. Die Straße war zwischen San Simeon und Big Sur komplett gesperrt. Daher mussten wir um planen. Plan B war direkt nach Monterey zu fahren und von dort aus den Highway No.1 in Richtung Süden, so weit wie es geht, zu erkunden.

Die Route vom Sequoia NP nach Monterey führte uns zunächst heraus aus der Sierra Nevada durch das riesige Central Valley. Dieses große, fruchtbare Tal zwischen der Sierra Nevada und dem Küstengebirge wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und wird auch als Fruchtgarten Amerikas bezeichnet. Es ist komplett flach und bietet leider nichts für die Augen. Die Fahrt führte uns über Visalia, Fresno, Madera und Los Banos hinein in das Küstengebirge. Dieses Gebirge grenzt das Central Valley von der Pazifikküste ab. Die Fahrt durch die "Berge" (Eher etwas größere Hügel) war dafür wieder ganz schön.

Nach etwa 4 Stunden Fahrt kamen wir dann um 13 Uhr in Monterey an. Da wir leider noch nicht im Motel einchecken konnten, fuhren wir direkt ins Stadtzentrum, um uns die Cannery Row und das berühmte Monterey Bay Aquarium anzuschauen.

Die Cannery Row ist die Küstenstraße und das Tourismusviertel von Monterey. Den Namen hat sie von den vielen Ölsardinenfabriken, die hier zwischen 1895 und 1950 entstanden. Nach dem Zusammenbruch der Sardinenfischerei nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Überfischung, wurden die Fabriken umgebaut und in bunten Farben gestrichen. Die alte Industriestraße wurde als lebendiges Freizeit- und Urlaubsziel neu erfunden. Sie beherbergen nun jede Menge Restaurants, Galerien und Souvenirläden und bilden das touristischen Zentrum von Monterey. Wir sind ein bisschen durch die Straße geschlendert und haben uns die Einkaufspassage angeschaut. Im Anschluss sind wir die Straße entlang zum Monterey Bay Aquarium gelaufen.

Das weltberühmte Monterey Bay Aquarium ist eines der größten Schauaquarien der Welt und ein absolutes Muss in Monterey, wenn man einen halben Tag Zeit hat. Zugegeben, der Eintrittspreis ist mit fast 50$ pro Person echt gesalzen, aber es ist den Besuch echt wert.

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Gebäude noch eine von vielen Sardinen-Konservenfabriken in der Cannery Row, das kann man an vielen historische Exponaten im Eingangsbereich sehen. Im Aquarium leben heute über 35.000 Tiere und 550 verschiedenen Arten von Meerestieren, von kleinen eesternen, Fischen, Quallen und Seevögel bis hin zu Ottern, Pinguine, und großen Haien. Das Aquarium verfügt über etwa 200 Becken, das größte davon, „the Outer Bay“, fasst etwa 4 Millionen Liter Wasser und beherbergt hunderte Fische und sogar Haie. Die riesigen gläsernen Aquarien lassen einen die Unterwasserwelt hautnah erleben.

Das Aquarium ist sehr interaktiv gestaltet und es gibt mehrere Streichelbecken, in denen man die Tiere und Unterwasserpflanzen anfassen kann. So zum Beispiel Seesterne, Krebse oder Seegras. Absolutes Highlight sind hier aber die Adlerrochen, die eine faszinierend weiche Haut haben und sich wirklich bereitwillig streicheln lassen.

Von der Terrasse aus hat man einen tollen Blick auf die Bucht und mit etwas Glück lassen sich hier Otter in freier Wildbahn beobachten. Die Fütterung der Otter im Aquarium war ebenfalls sehr sehenswert und unterhaltsam für Besucher und Otter gleichermaßen.

Ein weiteres optisches Highlight bildete die große Ausstellung über Quallen, die in den beleuchteten Becken fast schon psychedelisch wirken. Leider wussten wir nicht, dass das Aquarium nur bis 17 Uhr geöffnet ist und so mussten wir den Rest der Ausstellung im Schnelldurchgang anschauen. Hier kann man locker 4 bis 5 Stunden verbringen, wenn man alles in Ruhe anschauen möchte.

Im Anschluss sind wir die Küstenstraße von Monterey, den Oceanic View Boulevard abgefahren. Diese wunderschön gelegene Straße führt entlang der Steinigen Pazifikküste und bietet einen tollen Blick. Entlang der Straße in Richtung des Leuchtturms gibt es mehrere Picknicktische mit Grill direkt am Meer. Hier haben wir einen kurzen Stopp gemacht und den Möwen und Pelikanen zugesehen.

Danach sind wir in unser Motel, das Monterey Surf Inn gefahren und haben eingecheckt. Hier wollten wir zwei Nächte bleiben. Das Zimmer war schön eingerichtet, sauber und mit 70$ pro Nacht auch relativ günstig.

Zum Abendessen sind wir in ein veganes mexikanisches Fast-Food Restaurant namens El Cantaro direkt in der Innenstadt gegangen; so eine Kombination gibt es wohl auch nur in Amerika. Das Essen im El Cantaro war echt super lecker, nur die Atmosphäre war, typisch amerikanisch, eher ungemütlich. Danach sind wir noch einmal durch die Cannery Row geschlendert und dann zurück ins Motel gefahren.

Am nächsten Tag wollten wir dann den Highway No. 1 die Küste hinunter fahren, im Naturreservat Point Lobos wandern gehen und das Künstlerstädtchen Carmel-by-the-Sea besichtigen.

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