Point Lobos State Park

Auf dem Rückweg vom Highway No. 1 nach Carmel machten wir im Point Lobos State Natural Reserve halt. Point Lobos ist ein Schutzgebiet südlich von Monterey, dass für seine große Seeotter-Population bekannt ist. Der Eintritt kostet 10$ pro Auto. Man kann auch vor der Abzweigung vom Hwy 1 parken und so die Gebühren sparen. Außerdem ist am Wochenende der Parkplatz immer recht früh voll. Da wir unter der Woche dort waren, haben wir unser Glück versucht und sind in das Reservat gefahren. Tatsächlich waren alle Parkplätze direkt an der Küstenstraße schon belegt und wir mussten etwas abseits auf dem Piney Woods Parkplatz parken. Trotzdem hatten wir in diesem wunderschönen Küstenpark das Gefühl, Millionen Kilometer von allem entfernt zu sein, was nach Tourismus aussieht.

Vom Parkplatz aus sind wir in Richtung Küste gelaufen und sind dort rechts auf den South Shore Trail abgebogen. Dieser mündet nach ein paar hundert Metern in den Sand Hill Trail. Dieser gut ausgebaute rollstuhlgerechte Weg führte hinüber zur Sea Lion Cove. Dort hatte ein Ranger ein Fernrohr aufgebaut, durch das man die Seelöwen auf dem vorgelagerten Felsen beobachten konnte.

Da die Seelöwen gerade Junge bekommen hatten war der Sea Lion Point Trail, mit dem man näher an sie herankommt leider gesperrt. Unter uns im Wasser tummelten sich außerdem ein paar Seeotter und ein Seehund. Nachdem wir die Tiere eine Weile beobachtet hatten folgten wir dem Weg weiter bis wir an einem Parkplatz ankamen. Dort war eine kleine Info-Hütte aufgebaut mit Exponaten zur Tier- und Pflanzenwelt des Reservats.

Von hier aus wanderten wir den Cypress Grove Trail entlang. Dieser wunderschöne Trail durch die unberührte wilde Natur bringt einen zur spektakulären Kalksteinspitze der Point Lobos Landzunge. Im türkisblauen Wasser haben wir wieder jede Menge Tiere beobachten können: Seeroben, Seeotter, Pelikane und jede Menge anderer Vögel. Der Rundweg dauert nur etwa 15 bis 20 Minuten und hat keine nennenswerten Höhendifferenzen.

Im Anschluss sind wir dem North Shore Trail zur Nordseite der Landzunge gefolgt. Auf diesem Trail waren wir ganz allein und konnten die Ruhe und das Rauschen des Meeres genießen. Der Weg führt durch einen ursprünglichen Wald und bietet einen Ausblick in die wahnsinnig schöne Granit-Bucht Bluefish Cove.

An Ende der Bucht geht rechts der Whalers Knott Trail ab. Diesem sind wir wieder zurück zur Hauptstraße gefolgt. Der Weg ist unbefestigt und führt mitten durch den Wald. Nach ein paar Metern konnten wir schon nichts mehr vom Meeresrauschen hören und wurden umhüllt von den Geräuschen des Waldes.

Nach ein paar Minuten kommt man zur Haupfstraße. Auf der anderen Seite der Straße folgten wir dem Lace Lichen Trail durch einen verwunschen wirkenden Wald. Das Lace Lichen, die Spitzenflechte, ist eine blass gelbgrüne bis gräulich-grüne Laubflechte, die bis zu einem Meter lang wird und Ästen und Zweigen hängt. Für mich sah es so aus als hätte jemand die Bäume über und über mit Algen behangen. Ein wirklich sehenswerter Anblick.

Dieser Weg führte uns zurück zu unserem Parkplatz. Insgesamt haben wir für dieser Rundweg ohne Pausen etwa eine Stunde benötigt. Dadurch, dass die meisten Wege gut ausgebaut und eben sind ist die Wanderung nicht wirklich anstrengend. Dafür bekommt man atemberaubende Ausblicke auf die Granit-Klippen und den tosenden Pazifik sowie die artenreiche Flora und Fauna.

Nachdem wir dieses wunderschönen Reservat verlassen hatten fuhren wir in den kleinen Künstlerort Carmel-by-the-Sea.

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