San Francisco

Nachdem wir die Nacht auf dem Francis Beach Campground in der Half Moon Bay mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund verbracht hatten, machten wir uns am nächsten Morgen wieder früh auf den Weg nach San Francisco. Die etwa 40 minütige Fahrt führte und uns durch die Berge entlang der Route 92 E und dann Richtung Norden auf der Interstate 280 N. Die Interstate führt einen Mitten ins Herz San Franciscos und man kann schon von weitem die Beeindruckende Skyline sehen.

Wir hatten uns vorher im Internet den bekannten Scenic 49 Mile Drive herausgesucht, der kreuz und quer durch die gesamte Stadt verläuft und an allen bekannten Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Da man für das Abfahren der gesamten Strecke fast einen ganzen Tag einplanen kann, hatten wir uns dazu entschlossen, die Route heute nur teilweise abzufahren.

Die Interstate 280 führte uns direkt zum AT&T Park Baseball Stadium, in dem die San Francisco Giants spielen. Weiter ging es entlang des Hafenboullevards „The Embarcadero“ unter der beeindruckenden Oakland Bay Bridge hindurch bis hin zum Ferry Building einem Historischen Hafenterminal mit einem wunderschönen Turm. Hier bogen wir dann links ab nach Downtown in den Financial District. Vor uns reckte sich schon die für San Francisco‘s Skyline charakteristische Transamerica Pyramid mit ihrer außergewöhnlichen Form in die Höhe.

Über die Battery Und Howard Street gelangten wir dann zu den Painted Ladys. Diese weltberühmte farbenfrohe Häuserreihe im viktorianischen Stil zählt zu den fotografischen Highlights in der Stadt, ist aber nicht teil des 49 Mile Drives. Wir haben hier einen kurzen Fotostopp eingelegt, denn von dem Park aus hat man einen tollen Blick auf die Painted Ladies und die Skyline von Downtown im Hintergrund. In diesem Viertel Western Addition gibt es für Architekturfans eine Menge toller alter viktorianischer Häuser zu bestaunen.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp fuhren wir zurück auf den 49 Mile Drive. Dieser führte und an einigen japanisch aussehenden Gebäuden vorbei hin zum Union Square, welcher zu San Francisco‘s top shopping Adressen zählt. Da wir falsch abgebogen sind haben wir das chinesische Tor nach Chinatown an diesem Tag leider verpasst.

Wieder vorbei an der Transamerica Pyramid ging es dann zur Lombard Street. Diese weltberühmte Straße liegt auf einem Hügel im Viertel Russian Hill und ist so steil, dass die Amerikanischen Städtebauer hier tatsächlich mal von ihrem Schachbrettmuster abweichen mussten und die Straße in steilen Serpentinen den Berg hinunter geführt haben. Die Straße ist von oben nach unten eine Einbahnstraße und wir haben uns den Spaß gegönnt hier einmal mit unserem Mietwagen runter zu fahren.

Direkt vor der Lombard Street halten auch die berühmten Cable Cars mit ihren offenen Wagen. Wir wären gerne mal mitgefahren, aber wir hatten ja das Auto dabei. Von der Lombard Street fuhren wir den steilen Hügel hinunter zum Hafen und konnten in der San Fransisco Bay die berühmte Gefängnisinsel Alcatraz bestaunen.

Entlang der Hafenstraße fuhren wir dann in Richtung der Golden Gate Bridge. Das Wetter meinte es an diesem Tag gut mit uns, denn San Fransisco und die Golden Gate Bridge verschwinden gerade im Sommer häufig im Nebel. Der Oktober ist die beste Reisezeit mit Temperaturen um die 25 ° und viel Sonne. So erstrahlte die Golden Gate Bridge für uns in ihren schönsten Rottönen.

Wir fuhren mit dem Auto über die Brücke in Richtung Norden. In diese Richtung ist die Fahrt kostenlos, in die Stadt rein kostet die Überfahrt ein paar Dollar Maut. Direkt hinter der Brücke sind wir auf den Rastplatz mit dem Golden Gate Bridge View Aussichtspunkt gefahren. Der Blick von hier ist superschön und einen Stopp wert. Leider sind hier natürlich haufenweise Touristen unterwegs und es ist ein Glücksspiel, ob man einen Parkplatz ergattert.

Nach dem kurzen Fotostopp sind wir eine Ausfahrt weiter gefahren hinauf in die Berge entlang der Conzelman Road bis zum Aussichtspunkt Marin Headlands Vista Point. Von hier hat man einen grandiosen Blick in alle Richtungen, vom Pazifik bis hinein in die Bucht, auf die Golden Gate Bridge und die Skyline von San Francisco dahinter. Auf dem Weg hinunter haben wir noch ein paar Mal angehalten um die Aussicht zu genießen und ein paar Fotos aus anderen Blickwinkeln zu schießen.

Mittlerweile war es früher Nachmittag, also machten wir uns auf zu unserer Unterkunft für die nächsten 4 Tage. Freunde von uns wollten am folgenden Samstag ihre Hochzeit dort feiern und sie hatten für die Gäste aus Deutschland extra in eigenes Guesthouse in San Anselmo im Norden von San Francisco angemietet. Dieses wunderschöne Haus im viktorianischen Stil lag auf dem Gelände des San Francisco Theological Seminary und verfügte über eine riesige Küche ein separates Esszimmer, Wohnzimmer, 5 Schlafzimmer und 3 Badezimmer verteilt auf 2 Etagen. Wir hatten Glück und haben sogar das größte Schlafzimmer im Erdgeschoss bekommen.

Den Abend verbrachten wir mit den anderen 14 Hochzeitsgästen gemütlich auf der auf der Veranda, tranken Bier und aßen Pizza. Nur die Preise für Pizza haben uns etwas schockiert: Für 4 große Pizzen mussten wir fast 100$ zahlen.

Am Freitagmorgen fuhren wir mit zwei Freunden dann nochmal nach San Fransisco rein. Über die Golden Gate Bridge und dann durch den Golden Gate Park. Den Park hätte ich mir gerne noch zu Fuß angeschaut, aber dafür war leider keine Zeit. Wir fuhren zum Ocean Beach und sind dort zum Strand gelaufen.

Einmal kurz die Füße ins einkalte Pazifikwasser stecken und die Surfer in ihren Neoprenanzügen bewundern, dann ging es auch schon weiter. Den Nächsten Stop machten wir auf den Twin Peaks, den zwei größten Hügeln der ganzen Stadt. Vom Aussichtspunkt aus hat man einen fantastischen Rundum-Blick über San Franziscos und die Bay-Area.

Nach einem etwas längeren Fotostopp fuhren wir weiter zu den Painted Ladies, die unsere Freunde ja noch nicht kannten. Von dort aus ging es nach Chinatown. Dieses Mal konnten wir auch das Chinesische Tor bewundern, was den Eingang zum Viertel markiert. Zu Fuß sind wir durch die Hauptstraße geschendert und haben und tatsächlich wie gefühlt, als wären wir in China. Selbst die Straßenlaternen sind hier in chinesischen Stil.

Zu Fuß bekommt man auch nochmal einen viel besseren Eindruck davon wie steil die Straßen in San Francisco wirklich sind. Nachdem wir ein bisschen Chinatown erkundet hatten machten wir uns mit dem Auto auf den Weg zum Coit Tower einem 64 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Telegraph Hill, der 1933 erbaut wurde und als National Historic Site gilt.

Da am nächsten Tag anlässlich der Fleet Week eine riesige Flugshow stattfinden sollte, waren die Piloten schon fleißig am üben. Von hier oben hatte man einen tollen Blick auf die Show. Georg und ich sind dann noch mit dem Aufzug auf den Turm gefahren. Das kostet 8$ pro Person, aber lohnt sich durchaus. Von oben ist die Aussicht noch einmal besser und man kann die tolle Skyline von San Francisco bewundern und den Blick auf die Downtown und die ganze Bay genießen. Genau passend flog eine Boing 747 im Tiefflug über die Bay und knapp über die Golden Gate Bridge.

Nachdem wir noch ein wenig den Blue Angels beim Üben zugeschaut hatten fuhren wir wieder aus der Stadt heraus und nochmal hoch in die Marine Headlands, um unseren Freunden den tollen Ausblick auf die Golden Gate Bridge zu zeigen. Den Abend verbrachten wir dann im Guesthouse, wo anlässlich der Hochzeit ein großes BBQ für alle angereisten Gäste veranstaltet wurde.

Für Samstagnachmittag war die Hochzeit geplant. Am Morgen fuhren wir nach Sausalito, um uns den Ort anzuschauen, aber abgesehen von dem eindrucksvollen Jachthafen hatte die Promenade nicht viel zu bieten. Um 15 Uhr startete dann die Trauung im Freien vor der wunderschönen Kulisse des Theological Seminary mit den Kalifornischen Hügeln im Hintergrund . Das Wetter war mit 26°C perfekt und der Abend war super schön. Typisch Amerikanisch war um 10 Uhr aber schon wieder alles vorbei und die Location musste geräumt werden. Da der Bräutigam aber Deutscher war ging es danach zum Glück noch weiter in eine Veteranenbar in San Anselmo. Hier hatten wir die Gelegenheit mal mit ein paar echten Amerikanern ins Gespräch zu kommen.

Der Sonntagmorgen startete dementspreched mit einem fiesen Kater. Gegen Mittag machten wir uns mit den anderen deutschen Gästen auf zu einem Foodtruck-Markt direkt gegenüber vom Golden Gate Ferry Larkspur Terminal. Nach dem sehr leckeren Essen ging es mit der Fähre rüber nach San Francisco, wo wir uns die Flugshow der Blue Angels anschauen wollten. Die Fahrt mit der Fähre ist sehr empfehlenswert weil man einen tollen Blick auf die Skyline und die Golden-Gate und Oaklandbay Bridge hat.

Die Fahrt dauerte etwa 40 Minuten. Die Fähre legte am Ferry Building an und wir liefen etwa eine halbe Stunde entlang des Boulevards The Embarcadero. Die Straßen waren voll mit Menschen und überall gab es etwas zu sehen. Wir gingen vorbei am berühmten Pier 49 mit seinen vielen Geschäften und hin zum Hyde Street Pier neben dem man einen guten Blick auf die Flugschau hatte. Hier ist auch ein kleiner Mini-Strand an dem man mal die Füße ins Wasser halten kann.

Nach der grandiosen Flugschau mussten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg machen, da abends einen Tisch für alle Hochzeitsgäste von Außerhalb im Brauhaus der Marin Brewing Company in Larkspur reserviert war und wir die Fähre erwischen mussten. Hier hab es ganz leckere Burger und amerikanisches Bier. Unseren letzten Abend in den USA liesen wir dann gemütlich im Guesthouse ausklingen.

Am nächten Tag machten wir uns gegen Mittag auf zum Flughafen. Da die Flugpreise dort günstiger waren flogen wir vom Flughafen San Jose etwas weiter südlich von San Francisco los. Der Flughafen hat den Vorteil, dass er sehr klein ist und man keine weiten Entfernungen laufen muss.

Und nach 9 Stunden Flug hatte Deutschland uns dann auch schon wieder. Diese Reise werden wir so schnell nicht vergessen und die USA haben uns bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen. Die großartigen Landschaften und die wilde Natur haben uns begeistert und in ihren Bann gezogen und es gibt noch so viel, dass wir entdecken wollen.

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