Sequoia National Park

Nachdem wir die letzten beiden Tage im atemberaubend schönen Yosemite National Park verbracht hatten, fuhren wir heute von Fresno aus in den Sequoia NP, um uns die beeindruckenden Mammutbäume mal in voller Größe anzuschauen. Die Fahrt dauerte von Fresno aus etwa 2,5 Stunden und führte durch die, stark von Dürre und intensiver Landwirtschaft geprägte, Ebene hinein in die grünen Berge der Sierra Nevada.

Im Gegensatz zum Yosemite Nationalpark und dem Grand Canyon wird der Sequoia NP nicht jährlich von Millionen von Besuchern überschwemmt. Der Park ist wunderschön, mit viel unverdorbener Wildnis, aber nicht so populär bei den Amerikanern. Die Hauptsehenswürdigkeit des Parks sind zweifellos die verschiedenen Gruppen von Mammutbäumen. Man erreicht den Sequoia NP nur mit dem eigenen Auto, denn es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin.

Im Park angekommen fuhren wir als erstes zum Parkplatz des General Sherman Trees an der Wolverton Road. Der General Sherman Tree ist der größte Baum der Welt, gemessen am Volumen. Der Weg führt vom Parkplatz aus eine halbe Meile (0,8 km) durch den Giant Forest - den Mammutbaumwald - hinunter zum Baum. Der Weg hat ein paar Treppen und ist gepflastert. Tafeln entlang des Weges erklären die Naturgeschichte der Riesenmammutbäume und ein gepflasterter Umriss der Basis des General Sherman Trees zeigt die enormen Ausmaße dieses Giganten.

Am General Sherman Tree angekommen haben wir erst mal versucht, diesen gigantischen Baum irgendwie fotografisch einzufangen. Das war gar nicht so einfach, denn er ist über 83 m hoch und hat an der Wurzelbasis einen Durchmesser von über 11 m. Der General Sherman Tree wächst mittlerweile nur noch in die Breite, weil die Spitze des Baums abgestorben ist. Pro Jahr legt er ungefähr einen ausgewachsenen normalen Baum im Volumen zu. Neben diesem mehrere tausend Jahre alten Giganten fühlt man sich extrem klein und unbedeutend. Sein Alter wird auf etwa 1900 bis 2500 Jahre geschätzt. Genau wird man das aber erst wissen, wenn er irgendwann fällt und man seine Jahresringe zählen kann. In der Nähe ist eine Baumscheibe eines gefallenen Sequoias ausgestellt und man kann sich mal am Zählen versuchen, wenn man genug Zeit hat.

Nach einer Besichtigungstour der umliegenden Sequoias haben wir uns einen Vortrag von einer Jungen Rangerin angehört. Sie hat uns jede Menge über diese besonderen Bäume erzählt. Zum Beispiel, dass die Sequoias Waldbrände brauchen, um überhaupt entstehen zu können. Denn Waldbrände „reinigen“ den Boden von Konkurrenzpflanzen. Durch die Hitze öffnen sich die Zapfen der Sequoias, sodass die Samen auf den Boden fallen. Die Asche schafft zudem einen Nährboden für die abgeworfenen Samen. Die großen Sequoias haben eine Art Feuerschutz in ihrer Rinde und können trotz großer Hitze- und Brandeinwirkung überleben. Das haben die Menschen erst lernen müssen, denn früher wurde versucht alle Waldbrände zu verhindern. Bis ihnen dann aufgefallen ist, dass seit ihrer Brandbekämpfung keine neuen Sequoias mehr gewachsen sind.

Die Sequoia Bäume wachsen nur am Westhang der Sierra Nevada, denn sie benötigen genau die richtige Menge an Wasser, Licht und Mineralien, die nur hier und nur in einem bestimmten Höhenband vorkommt. Der Giant Forest ist einer der schönsten Mammutbaumhaine. Er beherbergt neben dem General Sherman Tree noch viele weitere rekordverdächtige Sequoias und tausende kleinerer Exemplare in allen Altersklassen.

Mehrere Wanderwege schlängeln sich zwischen den Sequoias durch den Wald. Der Congress Trail, eine gepflasterte, zwei Meilen lange Schleife, die in der Nähe des Sherman Tree beginnt führt an einigen bemerkenswerten Bäumen vorbei. Wir sind diesen Trail gemütlich in etwa einer Stunde entlangspaziert. Vor allem die riesigen Brandnarben mancher Bäume waren beeindruckend. Trotz dieser großen Verletzungen leben die Bäume weiter. Ein Baum war vom Feuer so weit ausgehöhlt, dass man in der entstehenden Höhle locker mit mehreren Leuten übernachten könnte. Der Trail ist nicht so von Touristen überlaufen und man kann hier die Ruhe des Waldes genießen.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz muss man etwa 60 Meter Höhendifferenz überwinden. Eigentlich nicht viel, aber aufgrund der Höhenlage von über 2000 Meter ist man hier oben etwas kurzatmiger und der Rückweg kann echt anstrengend werden.

Im Anschluss sind wir mit dem Auto weiter zum Giant Forest Museum gefahren. Hier wird die Naturgeschichte des Waldes und speziell der Sequoias noch einmal anschaulich erklärt. Das kostenlose Museum ist nicht wirklich groß und für eine Besichtigung braucht man nur etwa 30 Minuten, daher ist es eine schöne Ergänzung, um mehr über diese jahrtausende alten Riesen zu erfahren.

Direkt neben dem Museum startet ein asphaltierter und rollstuhlgerechter Weg, der Big Trees Trail, den wir im Anschluss entlang spaziert sind. Dieser Trail ist eine etwa 1,6 km lange Schleife, um eine üppige, leicht sumpfige Lichtung herum.

Am Wegesrand stehen immer wieder Infotafeln, die die Naturgeschichte und Ökologie der Riesenmammutbäume erklären. Viele Bäume in der Nähe dieser Lichtung sind über 2000 Jahre alt.

Nach dieser etwa 30 Minuten dauernden leichten Wanderung sind wir mit dem Auto zum so genannten Moro Rock gefahren. Die Abzweigung dorthin befindet sich gleich neben dem Museum.

Der 2050 m hohe Moro Rock ist ein domförmiger Granitmonolith. Er kann über eine steile, in den Fels gehauene, Treppe bestiegen werden. Der Aufstieg dauert nur etwa 15 Minuten ist aber relativ anstrengend. Vom höchsten Punkt aus hat man einen spektakulären 360° Rundblick über den Wald, die Täler und auf die Hochgebirgskette im Osten.

Im Anschluss sind wir die Crescent Meadow Road weiter gefahren zu den berühmten umgestützten Bäumen Tunnel Log und Auto Log. Der Tunnel Log ist ein umgestürzter Sequoia, in den ein Tunnel gehauen wurde und durch den man auch heute noch hindurchfahren kann. Der Auto Log ist ein umgefallener Baum, dessen Stamm so breit ist, dass früher die Besucher mit ihren Autos darauf fahren konnten. Das ist heute nicht mehr erlaubt. Dafür kann man zu Fuß darauf herumlaufen.

Danach sind wir zurück auf den Generals Highway und sind diesem in Richtung Süden gefolgt. Über dutzende Serpentinen geht es hinunter ins Tal. An einer Stelle fährt man direkt zwischen vier Sequoias hindurch. Der Abstand ist so schmal, dass die Straße in zwei Spuren geteilt wurde. Hier mussten wir einfach einen kurzen Fotostopp einlegen.

Entlang der sich windenden Straße ins Tal hat man einen tollen Blick auf den, auf dem Berg thronenden, Moro Rock. Direkt neben der Straße stand mal wieder eine Gruppe Rehe und lies sich seelenruhig ablichten. Weiter unten im Tal erreichten wir unseren Zeltplatz für diese Nacht, den Potwisha Campground.

Eigentlich hatten wir vor noch etwas weiter zu fahren und an der Slick Rock Recration Area neben einem See zu campen, aber der Zeltplatz hat uns zwei Wochen vor unserer Abreise informiert, dass er am 30.09. für die Saison schließt. So mussten wir kurzfristig noch einen Ausweichplatz finden. Der Potwisha Campground ist aber auch super schön gelegen. Nur Duschen gibt es leider keine und aufgrund der Brandgefahr im Spätherbst durften wir kein Lagerfeuer machen. Wir haben uns dann auf unserem Gaskocher ein paar leckere Spaghetti mit Sauce gemacht und den Abend ausklingen lassen.

Am Nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und haben uns auf den Weg zur Pazifikküste gemacht. Ursprünglich hatten wir geplant nach San Simeon zu fahren und von auf dem Highway No.1 in Richtung Norden an der Küste entlang zu fahren. Doch leider hat ein Erdrutsch die Straße an zwei Stellen unpassierbar gemacht und die Reparaturmaßnahmen sollten noch bis Jahresende 2017 dauern. Daher mussten wir umplanen. Wir fuhren deswegen zunächst direkt nach Monterey.

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