Zion - Angels Landing

Von The Grotto aus startete unsere Wanderung zu einem weiteren Highlight der gesamten Reise: dem Angels Landing. Der Trail startet auf der anderen Seite der Straße an der Brücke über den Virgin River. Die Wanderung ist 8,7km lang und legt einen Höhenunterschied von 453m zurück.

Der erste Abschnitt des Weges führt auf einem ebenen Weg entlang des Flusses. Hier haben wir nochmal ein junges Rehkitz und seine Mutter gesehen. Vermutlich waren es sogar dieselben, die wir am Vortag gesehen haben.

Nach ein paar hundert Metern beginnt der Weg langsam zu steigen und sich nach links Richtung Felswand zu winden. In lang gezogenen aber sehr steilen Serpentinen geht es dann die ersten ca. 250 Höhenmeter nach oben mit wunderschönen Ausblicken hinunter ins Tal. Der Weg wurde teilweise in den Fels selbst hineingeschlagen und ist größtenteils betoniert.

Nach diesem Anstieg macht der Weg einen Linksknick und führt in eine Felsschlucht hinein, die erst einmal wieder vom Gipfel des Angels Landing wegführt.

Die nächsten paar Hundert Meter führen durch diese schattige und mit Bäumen bewachsene Schlucht ebenerdig und teilweise sogar ein bisschen abfallend, was eine willkommene Abwechslung für unsere angestrengten Waden war.

Aber diese Verschnaufpause währt nur kurz denn sofort geht es weiter mit steilen Serpentinen. Aber als wir nach ca. 1 ½ Stunden oben auf einer Art Plateau ankommen belohnt uns der Ausblick für die Strapazen.

Man kann ungesichert direkt bis an den Rand der Klippe gehen. Von dort aus geht es ca. 350-400m in die Tiefe. Der Virgin River unter uns sieht winzig aus, genauso wie die kleinen Miniatur-Shuttle-Busse, die dort unten ihre Runden drehen. Hier oben wimmelt es mal wieder vor Chipmunks und Squirrels, die völlig unbeeindruckt von uns Menschen und der Höhe an der Felskante herumtoben. Von diesem Punkt aus hat man den perfekten Ausblick auf das, was noch kommt. Denn die letzten 800m folgen einem steilen, engen Grat mit langen Abhängen auf beiden Seiten und nur einer Metallkette zum Festhalten, die aber auch nicht durchgängig angebracht ist. Bei starker Höhenangst ist dieses letzte Stück zum Gipfel nicht zu empfehlen. Für mich mit meiner leichten Höhenangst, war es ein unvergesslicher Nervenkitzel.

Nach einer kleinen Pause haben wir uns also an den Rest des Aufstiegs gewagt. In Deutschland würde dieser Abschnitt wohl eher als Klettersteig durchgehen, an dem man gesichert ist. In Amerika wird das etwas anders gehandhabt, daher muss man aufpassen, wohin man tritt und wo man sich festhält.

Der Aufstieg ist anstrengend und teilweise muss man sich an den Metallketten hochziehen. Zittrige Knie und Nervenkitzel sind da vorprogrammiert. Wir hatten den großen Vorteil, dass wir sehr früh morgens gestartet haben. Dadurch hatten wir beim Aufstieg so gut wie gar keinen Gegenverkehr. Das kann auf den super schmalen Wegen nämlich schon mal kniffelig werden.

Als wir dann oben angekommen sind hat uns der Ausblick fast den Atem verschlagen. Man hat einen 360° Rundumblick in das gesamte Tal und auf die umgebenden Berge.

Der Gipfel ist ein relativ großes und fast ebenes Plateau. Zahlreiche andere Wanderer waren schon dort und genossen die Aussicht. Wir suchten uns eine schöne Stelle zum Sitzen und machten erst mal eine Frühstückspause. Selbst hier oben wurden wir dabei wieder von kleinen Streifenhörnchen belagert.

Nach ca. 20 Minuten haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht, denn dort oben ist es super windig und durch den anstrengenden Aufstieg waren wir ziemlich verschwitzt, wodurch es uns doch etwas kalt wurde und wir froh waren, doch noch die Jacken eingepackt zu haben.

Der Abstieg gestaltete sich einfacher als ich es beim Aufstieg vermutet hatte. Bei den schwierigeren Stellen drehte ich mich einfach in Richtung des Felsens und hangelte mich an den Metallketten langsam herunter. Durch den immer größer werdende Gegenverkehr mussten wir allerdings häufig stoppen und erst mal die Leute vorbeilassen.

Der Rest des Abstieges auf dem asphaltierten Wanderweg ging echt schnell. Insgesamt waren wir nach 3,5 Stunden wieder an der Bushaltestelle.

Der Aufstieg zum Angels Landing zählt zu Recht zu einem der absoluten Highlights des Parks und sollte bei keinem Besuch des Zion NP fehlen.

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