Zion - The Narrows

Die Route durch The Narrows gehört zu den spektakulärsten Wanderrouten im Zion Nationalpark und sollte auf keiner Bucket-Liste fehlen. Um zu den Narrows zu gelangen, muss man mit dem Shuttle-Bus vom Visitor Center aus bis zur letzten Station, dem Temple of Sinawava, fahren. Die Shuttle-Busse im Park sind komplett kostenlos. Zu Stoßzeiten können sie aber recht voll werden. Es gibt keinen festen Fahrplan, sondern die Busse fahren je nach Verkehrsaufkommen alle 5-10 Minuten. Vom Visitor Center aus sind es ca. 40min Fahrt bis zur Endhaltestelle.

Von der Bushaltestelle aus läuft man erst einmal 1,6 km (ca. 30 Minuten) den Riverside Walk entlang. Das ist ein asphaltierter nahezu ebenerdiger Weg entlang des Flusses. Irgendwann endet dann der Weg und man muss die Wanderung im Fluss fortsetzen.

Mindestens 60 Prozent der Wanderzeit verbringt man im Fluss. Es gibt keinen instandgehaltenen Wanderweg; der Weg ist der Fluss. Die Strömung ist teilweise sehr stark, das Wasser ist kalt und die Steine sind rutschig. Und dennoch war diese Wanderung eine der geilsten unserer ganzen USA Reise.

Bei dieser Wanderung muss man im Fluss bei starker Strömung auf Steinen, die mit Algen bewachsen sind, das Gleichgewicht halten. Daher ist festes Schuhwerk absolut notwendig. Feste Bergschuhe mit guter Knöchelstützung sind zu empfehlen. Wir hatten unsere normalen Wanderschuhe an, die danach aber erst mal 24h trocknen mussten.

Sogar im Hochsommer sind die Narrows kühl. Das Wasser ist kalt, es gibt eine ständige Brise und wenig Sonnenlicht dringt bis zur Talsohle. Ein Stock ist bsolut zu empfehlen, um das Gleichgewicht besser halten zu können. Wir hatten keinen dabei, aber zum Glück standen noch einige Stöcke beim Verlassen des Riverside Walks, die andere Wanderer dort zurückgelassen haben.

Die Narrows sind am sichersten, wenn der Virgin River einen niedrigen Wasserstand hat und wenn das Wasser klar und relativ warm ist. Die Bedingungen ändern sich von Tag zu Tag und sind unmöglich vorherzusagen. Daher sollte man sich am Tag der Wanderung nochmal nach den genauen Bedingungen vor Ort erkundigen.

Sobald man den Riverside Walk verlässt bieten sich einem fast sofort atemberaubende Aussichten. Die Felswände rundherum ragen hunderte Meter in die Höhe und nach jeder Biegung des Flusses, ändern die Wände ihr Aussehen.

Man hat bei dieser Wanderung kein fixes Endziel, sondern wandert einfach so lange wie man Lust hat und kehrt dann auf gleichem Weg wieder um. Der Weg hinein dauert aber aufgrund der Strömung um einiges länger. Zwischendurch gibt es immer wieder Flussbänke auf denen Bäume wachsen und sich die Streifenhörnchen tummeln. Diese Flussbänke eignen sich auch perfekt zum Pausieren und wieder Aufwärmen, denn die Wassertemperatur ist auf Dauer doch etwas unangenehm. Während unserer Wanderung lag sie bei etwa 13°C.

An manchen Stellen wird der Fluss recht tief und man muss sich eine möglichst flache Stelle suchen, um hindurch zu kommen. Als wir da waren, war der Wasserstand vergleichsweise niedrig, aber meine Shorts sind trotzdem nass geworden, weil mir das Wasser bis zur Mitte der Oberschenkeln reichte. Wir sind etwa 2,5 Stunden in die Narrows hineingewandert und sind dann umgekehrt. Zurück haben wir dann nocheinmal 1,5h gebraucht.

Kleiner Extratipp: Wir hatten uns zusätzlich ein Paar Sandalen eingepackt, weil unsere Wanderschuhe ja jetzt nass waren und das Laufen darin nicht mehr angenehm war.

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