Ushuaia - Südlichste Stadt der Welt

Nach den 4 Tagen in Buenos Aires sind wir heute morgen auf unserer Reiseroute weitergezogen und nach Ushuaia geflogen. Wir sind gegen 11:00 Uhr in unserem süßen Hostel Isla Bella angekommen und von den beiden sehr hilfsbereiten und freundlichen Besitzern, einem alten Ehepaar, empfangen worden. Der Check-In ist eigentlich erst ab 14:00, aber wir hatten Glück und konnten direkt unser Zimmer mit Doppelbett beziehen. Die Besitzerin des Hostels konnte ganz gut Englisch (eine Seltenheit in Argentinien) und hat uns für den Nachmittag eine Pinguin Tour organisiert, damit wir das meiste aus unserem doch sehr kurzen Aufenthalt machen konnten.

Ushuaia liegt auf dem 54° Breitengrad und ist somit die südlichste Stadt Argentiniens. Wäre da nicht die winzige Siedlung Puerto Williams auf der anderen (chilenischen) Seite des Kanals, dürfte sie sich sogar mit dem Titel "südlichste Stadt der Welt" schmücken. Das Wetter in Ushuaia ist rau, regnerisch und kalt - und das im Hochsommer. Trotzdem ist die Stadt vollgepackt mit Touristen, da von hier zum einen die Touren in die Antarktis starten und zum anderen die meisten Reisenden, die nach Patagonien wollen, den Weg über Ushuaia wählen, um einmal das sagenumwogene Feuerland zu sehen und Pinguine in freier Wildbahn beobachten zu können.

Am Nachmittag startete dann unsere fünfstündigen Katamaran-Fahrt über den Beagle-Kanal, die uns zu mehreren Seelöwen-Inseln und einer Pinguin-Insel fahren sollte. Die Tour war, sicherlich auch wetterbedingt, nicht ausgebucht, sodass wir uns einen guten Platz auf dem Katamaran aussuchen konnten. Dieser fuhr zunächst zu einer Insel mit Komoranen. Komorane sehen, wenn sie an Land sitzen, mit ihrer schwar-weißen Färbung auf den ersten Blick aus wie Pinguine. Allerdings können Komorane, im Gegensatz zu Pinguinen, fliegen und wenn sie einmal in der Luft sind, sieht man ihren langen Hals und ihre spitzen Schnäbel.
Weiter ging es zu kleinen Inseln mit verschiedenen Seelöwen-Kolonien. Auf der ersten waren aufgrund des Regens und des kalten Winds keine Seelöwe zu sehen, da laut Tour-Guide, die Seelöwen bei den Wetterbedingungen an Land schnell auskühlen und sie daher lieber auf die Jagd gehen. Auf den anderen beiden Inseln hatten wir mehr Glück, dort rekelten sich einige Seelöwen und Robben. Einer der Seelöwen-Bullen brüllte laut. Einer der anderen Passagier machte sich einen Spaß daraus das Brüllen zu imitieren. Und er war so gut darin, dass ihm der Seelöwe tatsächlich antwortete. Später haben wir dann aber erfahren, dass man dies nicht tun soll, da dies die Tiere unnötig irritiert.
Der Weg zur letzten Insel, der Pinguin-Insel, führte dann durch den Beagle-Kanal, in dem man auf der rechten Uferseite Argentinien und auf der linken Seite Chile sehen kann. Die fahrt dauerte fast 2 Stunden und führte uns an der kleinen Siedlung Porto Williams vorbei, die die südlichste Siedlung der Welt ist.

Kurz bevor wir die Pinguin-Insel erreichten, wurden wir von einigen Pinguinen im Wasser "verfolgt". Es ist unglaublich mit welcher Geschwindigkeit sich die an Land so ungeschickt daherwatschelnden Tiere im Wasser bewegen können. Wie Torpedos tauchten sie neben uns her und sprangen dabei immer wieder aus dem Wasser. Alle Passagiere sind zum Pinguin-Spotten aufs Ober- und Mitteldeck raus gegangen, um Fotos von den Tieren zu machen.

Als wir dann endlich an der Pinguin-Insel angekommen sind, ist der Katamaran mit dem Schiffsbug bis auf den Strand gefahren, wo die kleinen Vögelchen nisteten. Die Pinguine watschelten sehr interessiert um den Katamaran herum und schauten zu uns hinauf. Die Frage, die sich uns unweigerlich stellte: Wer beobachtet hier eigentlich wen? Eine Gruppe Touristen eines anderen Veranstalters wurde sogar mit einem Schlauchboot direkt auf die Insel gebracht und sie konnten sich die Pinguine aus nächster Nähe anschauen. Bei dem eiskalten Wind und dem Regen haben wir sie allerdings nur kurz beneidet und waren dann froh es uns mit einem heißen Tee im warmen Katamaran gemütlich machen zu können.

Nach dem Stop auf der Pinguin-Insel ging es mit dem Boot ohne Zwischenhalt wieder zurück zum Hafen von Ushuaia.

Gegen 21:00 Uhr sind wir wieder in Ushuaia eingelaufen. Da die Stadt jedoch soweit im Süden liegt, war es noch taghell und es kam uns eher vor, als wäre es erst 18:00 Uhr. Daher haben wir uns auch gewundert, warum die Geschäfte schon geschlossen waren bzw. gerade schlossen. Zum Glück hatten die Restaurants noch geöffnet, so konnten wir noch ein sehr leckeres Abendessen im coolen Triumph Cafe, das zugleich ein Motorradladen ist, ergattern.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus weiter Richtung Punta Arenas. Die Busfahrt selbst war recht eintönig und ging durch die argentinische/chilenische Steppen-Landschaft. Die Grenzüberschreitung war etwas mühsam. Das Ausreisen aus Argentinien war schnell und einfach geschafft. Dann ging es 2km über Schotterstraße bis zur Chilenischen Grenze. Die chilenischen Behörden sind was die Einfuhr von Lebensmitteln angeht super pingelig, und kontrollieren jeden Koffer. Allerdings sind sie personell nicht besonders gut aufgestellt. Dies führte dazu, dass genau ein Zollbeamter dafür zuständig, die Backpacks aus unserem Bus zu durchleuchten. Dies dauert natürlich etwas. Nach rund einer Stunde an der chilenischen Grenze ging es dann endlich weiter.

Das zweite "Highlight" der Busfahrt war die Querung der Magellanstraße per Fähre. Als wir uns der Fähre näherten, fiel die kilometerlange Autoschlange auf. Der Bus konnte zum Glück einfach daran vorbeifahren, da die Busse scheinbar Vorzugsrecht haben. Kurz vor der Ablegestelle mussten wir allerdings feststellen, dass die Fähre nicht fuhr, da ein extrem starker Wind quer zum Strand stand und die Fähre dadurch nicht gefahrlos anlegen und einlagern konnte. Wir erfuhren, dass es u.U. vorkommen kann, dass die Fähre bis zu 3 Tage nicht fahren kann. Wir quetschten uns mit gefühlt 100 anderen Wartenden in die einzige Gaststätte vor Ort. Die Anstellschlange ging einmal im Kreis durch den ganzen Raum. Für den entspannten chilenischen Gastwirt aber kein Grund etwas schneller zu arbeiten. So warteten wir etwa eine Stunde, um uns dann ausgehungert auf unsere Instant-Nudelsuppe stürzen zu können. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, denn nach rund 3 Stunden hatte sich der Wind soweit abgeschwächt, dass die Fähre wieder anlegen konnte. So sind wir dann mit 3 Stunden Verspätung doch noch in Punta Arenas angekommen. Am nächsten Tag ging es dann schon weiter nach Puerto Natales.

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